Linksextremismus - Was ist das?

In Wissenschaft, Medien, sowie durch den staatlichen »Verfassungsschutz« finden verschiedene, teils konkurrierende Definitionen Verwendung. Die nachfolgende Begriffsbestimmung stellt die Arbeitsgrundlage der IDS dar:

Linksextremisten lehnen die Idee der Freiheit des Einzelnen in fundamentaler Weise ab oder stellen sie für die angestrebte Verwirklichung eines ihrer Meinung nach »höheren Ziels« zur Disposition. In der Regel handelt es sich bei diesem »höheren Ziel« um die materielle beziehungsweise soziale »Gleichheit« der Menschen.

Aus diesem Grund stellen Linksextremisten das Recht der Menschen auf ihr legitimes Eigentum in Frage, insbesondere jedoch das Recht, dieses Eigentum auch gewinnbringend einzusetzen (»Privateigentum an Produktionsmitteln«). Daher fordern sie entweder die Verstaatlichung privaten Eigentums oder dessen weitgehende Kontrolle und Umverteilung durch eine allumfassende Staatsbürokratie (→ Sozialismus).

Um dieses Ziel zu realisieren, wollen Linksextremisten jegliche Macht bei einem durch sie geführten Regime akkumulieren und damit monopolisieren. Dies führt zwangsläufig zum Entstehen eines totalitären Staates, der alle Lebensbereiche der Menschen reguliert, kontrolliert und steuert (→ Totalitarismus).

Dabei kennzeichnet Linksextremisten ein messianischer Impetus. Sie selbst glauben sich berufen, die »Massen« zu führen und die vermeintlich endgültige, perfekte Gesellschaftsordnung zu errichten. Aus dieser subjektivistischen Haltung heraus fühlen sie sich legitimiert, auch Terror und Gewalt gegen Oppositionelle, Kritiker, Andersdenkende auszuüben.

Ein Ablehnen ihrer Ideologie wird durch Linksextremisten grundsätzlich nicht toleriert. Selbst politisch-gesellschaftliche Passivität wird durch Linksextremisten oftmals schon als Gegnerschaft begriffen und bekämpft, insbesondere in konsolidierten sozialistischen beziehungsweise kommunistischen Regimen.

Wähnen sich Linksextremisten als vermeintliche »Anarchisten«, ist ihr Ziel nicht wie postuliert eine »herrschaftslose« Gesellschaft, sondern weitgehendes Chaos, in welchem diese selbsternannten »Anarchisten« eine diffuse Form der Gewaltherrschaft auszuüben hoffen.

Linksextremisten richten sich damit auch in fundamentaler Weise gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Sie versuchen insbesondere die Grundsätze der Gewaltenteilung, der Gleichheit vor dem Gesetz, der Verantwortlichkeit der Regierung, des politischen Pluralismus, sowie unter anderem die Rechte auf Presse-, Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit auszuhöhlen oder zu zerstören.